The Daily Dose x EQUA

Meine Lieben, wahrscheinlich habt ihr schon alle Wind von unserem Projekt bekommen, aber ich bin so begeistert davon, dass ich hier auch nochmal darüber schreiben möchte. Vor ungefähr 2 Monaten sind Vicky und ich gefragt worden, ob wir Lust hätten, mit der slowenischen Marke EQUA zusammenzuarbeiten und eine Flasche für sie zu entwerfen, die dann unter unserem Namen verkauft wird. Ob wir ausgeflippt sind? Könnt ihr euch vorstellen! Aus einer Flasche wurden drei, und so sind unsere stylishen EQUA Flaschen in Grau, Pink und Schwarz entstanden – inklusive Diamantenregen und dem Slogan „your daily dose of H2O“, wie es sich für echte „Daily Dose Girls“ gehört. Ich finde nämlich, wir sind in der Zwischenzeit Freunde geworden, wir und ihr – wir sind alle „Daily Dose Girls“, wie eine kleine Gang, und die Flasche kann unser Erkennungszeichen sein – dass wir Freude am Leben haben, dass wir die Umwelt unterstützen, dass wir motiviert sind, etwas aus unserem Leben zu machen und Spaß daran haben. Für all das steht The Daily Dose, und ihr seid ein riesiger Teil davon! Deswegen freuen wir uns wahnsinnig über die tolle Resonanz, die wir bis jetzt zu dem Projekt bekommen haben, und hoffen auf viele weitere Bestellungen von euch „DDG’s“!  
Wer noch keine unserer kleinen Flaschen bestellt hat, oder nochmal was auf die Bestellung drauflegen möchte, z.B. als Geschenk (Ostern und Muttertag stehen vor der Tür!):

**Music by Ultracat – One Nice Thing Once A Day

Und ich so: absurd!

Es gibt so Tage, wo mir alle Leute um mich herum ja totaaal schrullig vorkommen. Nur ich nicht. Gestern zum Beispiel, als mir meine Freundin mitgeteilt hat, dass sie schon wieder ein Packerl bei H&M bestellt hat. Aber nur im Sale, deswegen ist das OK. Dass sie im Sale in der Zwischenzeit so viel ausgegeben hat, wie Vicky’s neue Isabel Marant Pumps kosten, wird hurtig unter den Tisch gekehrt – oder die Tatsache an sich erst gar nicht wahrgenommen. Oder neulich, als der G. mir verkündete, dass er sich deswegen mit dem Bügeln seiner Hemden so schwer tut, weil man sie ja nass bügeln muss und ich ihm das nicht gesagt habe – nicht etwa, weil es ihn einfach nicht freut, und deswegen bin ich jetzt auch an dem Hemdenstapel schuld, der sich im Badezimmer türmt. Oder meine Bekannte, die Angst vor dem Telefon hat und deswegen nie in einem richtigen Job arbeiten wird. Sind die etwa schräg? Mit Sicherheit! Und dann habe ich, selten aber doch, diese wachen, glasklaren Momente, wo ich mir zwangsläufig die Frage stellen MUSS, ob ich nicht auch eine von denen bin. Von den Schrulligen. Die mit den seltsamen Macken und so.
Absurd. Und plötzlich fällt mir auf, dass ich ständig irgendetwas an mir behandle. Zur Zeit ist es meine Darmflora die ich saniere, trinke aber am Tag trotzdem 4 Espresso mit Zucker, esse zum Frühstück ein Croissant und zum Mittagessen ein Wurstbrot; vorher waren es die Nebenhöhlen, letztes Jahr war ich bei der Physiotherapie weil ich einen Senk- und Spreizfuß habe und deswegen gehe wie eine Ente. Gestern war ich bei der Augenärztin, nächste Woche bin ich bei der Akupunktur – gegen die Schlafstörungen und mein Herzrasen. Ich nehme Tabletten für Haut, Haare und Nägel  und braue mir selbstgemachten Tee anhand eines Buchs, in dem sämtliche Krankheiten dieser Welt beschrieben und mit Teemischungen kuriert werden. Eigentlich bin ich nie fertig mit dem Projekt „Körpersanierung“.
Schrullig. Ich bin niemals zufrieden mit meiner Garderobe und nehme mir ungefähr jeden Tag mehrmals vor, alles zu verkaufen und mich komplett neu – anhand meines neuen Ich’s und der jungfräulichen Stilvorstellung, die damit einhergeht – auszustatten. Deswegen habe ich nie Geld, obwohl ich ja innerlich versuche zu sparen, aber immer viele Klamotten, die ich eigentlich nicht mag. Das ist auch der Grund, warum ich zum Weggehen immer dieselben drei Kleider aus dem Schrank hole und alles andere langsam aber sicher im Schrank verstaubt.
Seltsam. Ich bin recht rührselig und schnell gekränkt, teile aber selber kräftig aus und spare nicht mit Ratschlägen, sich Niederlagen bloß nicht zu Herzen zu nehmen. Wenn eine ältere Kollegin mich vor Gästen zurechtweist, gehe ich danach ins Büro und vergieße ein paar Tränchen wie eine Fünfjährige. Ist DAS etwa nicht seltsam?
Aber dann erkenne ich auch, dass all diese Macken und Besonderheiten uns einzigartig machen. Das ist es, was das Leben lebenswert macht – sich immer wieder neu zu erfinden, Probleme anzugehen, über Schrullen zu lachen, sich zu verändern und dazuzulernen. Und mit dieser Erkenntnis fällt es mir viel leichter, meine eigenen Macken, aber auch die der anderen, etwas milder zu betrachten und nicht gleich über andere zu urteilen – denn wer weiß, vielleicht ist das H&M Packerl der einen die Darmflora der anderen.
In diesem Sinne – schönen Wochenteiler euch allen und viel Spaß mit euren Schrullen
– weil perfekt sein langweilig ist!
**Bild über A Fabulous Fete

Die stillste Zeit im Jahr. Nicht.

Montag nach den Weihnachtsfeiertagen im Büro. Uff, jetzt ist das erstmal geschafft! Noch nie war ich so dankbar für einen Montag. Ehrlich jetzt. Wer an dieser Stelle auf das „(Ironie hier einsetzen)“ wartet – ich mein’s echt ganz ernst, sogar das mit dem Montag und dem Büro und so. Normalerweise bin ich ja das Weihnachtsengerl persönlich, nur ohne goldene Locken und ein bissl mehr Porno. Ich bin diejenige, die nervige Weihnachtslieder von Mariah Carey trällert, dabei Kugeln auf den Weihnachtsbaum hängt und fröhliche Massen-SMS verschickt. Ich bin der wahr gewordene Weihnachtsalptraum.
Doch dieses Jahr war alles anders – vielleicht ist es an den viel zu warmen Temperaturen gelegen, oder an den viel zu grellen Lichterketten überall, oder einfach an der ganzen Fresserei – ich bin jedenfalls überhaupt nicht in Stimmung gekommen – vielleicht hätte ich Weihnachtsviagra gebraucht. Irgendwie war mir alles zu grell, zu schnell, zu nervig, zu gewollt, zu duftend, zu teuer, zu anstrengend…da gibt’s doch ein Wort dafür…welches war es bloß…ach ja, amerikanisch! Vom Shoppingrausch, bei dem ich wieder mal so viel Geld liegen lassen habe, dass ich ein Dorf in Afrika davon ernähren könnte, will ich gar nicht anfangen – obwohl, und das muss ich jetzt mal anmerken, ich wirklich gerne Geld für gute Geschenke ausgebe, da mag ich eigentlich nicht knausern, deswegen streicht den Satz da oben einfach wieder. Aber wirklich ein Dorf in Afrika könnte ich von dem Essen ernähren, das allein in meinem Bauch gelandet ist – pfui, grauslich ist das! Mit meiner ganzen Familie zusammengerechnet sind wir schon nicht mehr bei einem Dorf, sondern mindestens bei einem Stadtstaat. Ich sag‘ ja nicht, dass das Essen schlecht war – ganz im Gegenteil, denn meine Familie kocht wirklich wunderbar, so mindestens auf Alfons-Schuhbeck-Niveau (danke für den köstlichen Truthahn nochmal Gabi!) – aber was zu viel ist, ist zu viel, vor allem wenn man in 3 Wochen eine Bikinifigur braucht (ja, da war doch was mit Thailand, Strand und so!). Na, was soll’s, dann flott dazwischen noch ein paar Vanillekipferl geschnappt und einen Glühwein runtergegossen, weil jetzt ist’s ja schließlich auch schon wurscht.
Da muss ich doch fast ein bissl weinen jetzt (buhu!)!! Was ist bloß mit Weihnachten passiert? Bin ich alt geworden oder war das immer schon so, nur ich hab’s nicht bemerkt? Was ich früher geliebt habe, hat sich heuer zum reinsten Marathon entwickelt, bei dem dir früher oder später auf alle Fälle die Puste ausgeht, es sei denn du bist Usain Bolt mit einem blinkendem Rentiergeweih am Kopf (schaut aber sicher ganz lieb aus!). Und wo war überhaupt der Schnee? Vom Weihnachtsengerl zum meckernden Grinch – was für eine traurige Karriere. Oder bin ich einfach g’scheiter geworden (also ich bin ja so auch schon mordsmäßig g’scheit, aber halt Weihnachtsg’scheit mein ich)? Wie dem auch sei, meine „besinnlichen“ Feiertage haben in etwa so ausgesehen: bissi Wein, bissi Bier, bissi Schweinsbraten, bissi Geschenke auspacken, bissi viel Familie (an 6 von 7 Urlaubstagen war ich auf einer Feier – die letzte davon als Höhepunkt der Feierlichkeiten mit allen Leuten zusammen – 45 an der Zahl – die ich eh die ganze Woche über schon gesehen hab‘, weil wir haben ja erst so wenig gefeiert), bissi wenig Entspannung, bissi viel alles, bissi wenig ich.
Und das ist die stillste Zeit im Jahr? Na, da nehm ich dann doch lieber Silvester und werde zum wahr gewordenen Silvesteralptraum, da ist man wenigstens mit Absicht anstrengend (das geht aber nur, wenn man die Geschenke von Weihnachten auf Silvester übertragen kann – könnte sich da mal wer erkundigen? Wär ganz nett, danke!). Ich sag’s dir hier deswegen klipp und klar, Weihnachten: wenn du noch ein einziges Mal zu mir so bist wie dieses Jahr, mach‘ ich mit dir Schluss! Aber vorher will ich ein Abschiedsgeschenk! Und einen Punsch!

Kindlekram

Ich war, seit ich ein kleines Kind bin, von Büchern umgeben. Meine Eltern sind leidenschaftliche Leser und besitzen über 3000 Bücher, gut aufbewahrt in einer kleinen Bibliothek. Sie haben großen Wert darauf gelegt, mich zu einem „Leser“ zu erziehen, und das ist ihnen wohl gelungen. Literatur ist meine Religion. Ich möchte es eigentlich vermeiden, hier so kitschige Sätze wie „Bücher sind meine Zuflucht in eine andere Welt“ zu benutzen, denn profane Aussagen wie diese können dem Ausmaß dessen nie gerecht werden, was Literatur wirklich bedeutet.
Sie bewegt und verändert, sie bietet Denkanstöße, sie öffnet Türen, sie führt den Geist über seine Grenzen hinaus und erweitert den Horizont. Sie verbindet und zerstört, ist Vergangenheit und Zukunft, ist manchmal krankhaft, aber öfter ist sie heilsam. Ein Mensch der nicht liest, wird nie aus den Vollen seines Geistes schöpfen können. Ein neues Buch zu beginnen, war deshalb für mich immer ein Prozess, der mit dem stundenlangen Gang durch Bücherregale begonnen und mit einem zerknitterten Buch auf dem Sofa geendet hat. Alles daran war für mich Erlebnis, manchmal quälend lang und einschläfernd, manchmal mitreißend und reizvoll – aber stetig hatte ich dabei einen Begleiter, und der war das geduldige Papier. Zusammen sind wir Mördern hinterher gejagt, haben fremde Länder, ja sogar Planeten bereist, haben um verlorene Lieben geweint und uns in junge Helden verliebt. Mit Eselsohren und Teeflecken hat es mich ertragen, bis ich ihm alles abverlangt habe, um es dann endlich zur verdienten Ruhe ins Regal zu stellen, wo viele seiner Schicksalsgenossen schon warteten.
Als dann die ersten elektronischen Bücher, E-Books oder E-Reader, auf der Bildfläche erschienen, konnte ich nur abschätzig und voller Mitleid lächeln für jene, die Literatur zu Technologie und Trend machten, würden sie doch nie den wahren Sinn des Lesens erfassen können – so dachte ich zumindest, versnobt, wie ich jetzt finde. Bis mir endlich, angestossen durch einen Zeitungsartikel, folgendes bewusst wurde – Literatur besteht nicht aus Papier und Buchstaben, sie definiert sich nicht durch ihr Erscheinungsbild, denn es ist gänzlich und ausschließlich der Inhalt der zählt, und die Gedanken aus denen er sich zusammensetzt. Hätten Menschen immer so rückschrittlich gedacht wie ich, würden wir alle noch auf Steintafeln lesen. Wieso sich also dem Fortschritt verschließen, wenn ich nun Bücher innerhalb von Sekunden direkt zu mir nach Hause geliefert bekomme und sofort anfangen kann, zu lesen?
Ich bin also vom Glauben abgefallen. Ein Ketzer – oder ein Bekehrter? Ich habe seit kurzem einen „Kindle“ – zur Zeit beäuge ich ihn noch misstrauisch, wie einen Austauschschüler, der die eigene Sprache nur gebrochen spricht; doch schön langsam werden wir warm miteinander. Ich mag sein schönes Äußeres (na klar, wer mag Marc Jacobs nicht), und dass er mich auch in dunklen Nächten begleitet und mir Licht zum Lesen spendet. Ich freue mich darauf, dass mein Gepäck auf Reisen nicht mehr zur Hälfte aus dicken Wälzern besteht und ich liebe es, dass ich in jeder Position lesen kann, ohne mir eine Sehnenscheidenentzündung im Handgelenk zuzuziehen. Dennoch – manchmal, wenn ich mein kleines Tablet in der Hand halte, werde ich wehmütig, und ich fühle mich, als wäre ich ein Betrüger. In diesen Momenten weiß ich genau – es ist kein Abschied für immer, das Papier und ich – bald werden wir uns wiedersehen.

Parkfaschisten

Ein Parkfaschist?
**(Für die Gendergeilen unter euch: im nachfolgenden Text wird der Parkfaschist als „Er“ bezeichnet, damit sind aber sowohl Männer als auch Frauen gemeint – wobei ich mir hier die Bemerkung erlauben darf, dass Männer im Allgemeinen die größeren Egoisten sind, und das ist eine Tatsache)**
Es gibt nur wenige Themen auf dieser Welt, wo die Gemüter so hochkochen wie beim Autofahren. Eventuell noch Pelz (Hallo Instagram Freunde!), Pädophilie und das war’s dann auch schon – danach kommt lange nix mehr (traurig aber wahr). Im Auto aber wird geschrien und geschimpft, da kehrt man sein dunkelstes Inneres nach außen, ohrfeigt verbal jeden, der einem zu nahe kommt und benimmt sich wie das größte Arschloch.
Wer das noch nie getan hat, ist kein Mensch – ich verzeihe also verbale Ausfälle beim Autofahren ganz gerne und betrachte sie sogar als notwendige Anti-Stress-Therapie (gelernt habe ich diese Toleranz von meinem Vater, dessen liebste Autobeschimpfung charmanterweise „Du Rotzer“ lautet). Wo sich das Gelegenheitsarschloch aber von der viel gemeineren Sorte, dem Parkfaschisten, unterscheidet, ist der grenzenlose Egoismus beim Tathergang – denn wo der Choleriker seine Gefühle herausbrüllt und damit wenigstens fast forward drückt und auf Konfrontation geht, entscheidet der Parkfaschist ganz still und heimlich, dass ihm sämtliche Parkflächen dieser Welt ganz allein gehören – zum Teufel mit den Mitbürgern!
Der Parkfaschist zeichnet sich durch drei eindeutige Merkmale aus:
1) Er parkt mit genau einem Millimeter Abstand zu den übrigen Autos, was ein Ausparken ohne Andockmanöver nahezu unmöglich macht. Ich revidiere: unmöglich macht.
2) Er parkt mit soviel Abstand zu den übrigen Autos, dass mindestens drei Parkplätze verschwendet werden, aber in die offenen Lücken dafür niemand mehr passt der nicht gerade 4 Jahre alt ist und mit einem schnittigen Kinderwagen unterwegs ist. Er hat offensichtlich niemals Tetris gespielt, sonst wüsste er es besser.
3) Er lässt sich beim Einparken soviel Zeit, dass sich hinter ihm eine kilometerlange Schlange bildet. Kaum atmet man auf, weil man denkt, er ist endlich drin in der verdammten Lücke, beschließt er, nochmal neu einzuparken weil er noch nicht ganz parallel zum Gehsteig steht. Typ, willst du vielleicht nochmal den Abstand mit dem Lineal nachmessen oder was?Jedenfalls, und das ist der Anlass für diesen Text, wurde ich kürzlich Opfer eines Parkfaschisten Typus Nummer 1. Ich kehre ziemlich guter Laune, nach einem netten Abend mit meinen Freunden, zu meinem Auto zurück, als ich gerade hinter mir ein vertrautes Blinken sehe – viel zu knapp an meinem Auto. Da hat sich doch tatsächlich ein Parkfaschist an meinen Autohintern geschlichen und wollte sich unbemerkt aus dem Staub machen – nicht ohne vorher ein paar böse Blicke von mir zu kassieren. Seinem zerknirschten Blick zufolge war er sich seinem Fehlverhalten völlig bewusst – Typ Manager, dicke Karre, hauptsache er parkt. „Mei, kommen’s eh wieder raus, Fräulein?“. Nach meinem „Das werden wir eh gleich sehen“, hätte er eigentlich schon wissen müssen, was jetzt kommt. Rückwärtsgang rein, Fuß aufs Pedal, und PUFF – Andockmanöver geglückt. Da hör ich’s schon von hinten schreien: „Ojeeee, jetzt hamma schon den Scherben auf“. Blick zurück zum Manager, eine Augenbraue hochgezogen: „Naja, die 2 km/h werden Sie schon ned umbringen. Irgendwie muss ich ja rauskommen.“

Sprach das Gelegenheitsarschloch und brauste davon.