Milano: the shit they should have told

milano-travel-diary-slider-3Wollt ihr mal wissen, was eigentlich wirklich passiert, wenn Vicky und ich nach Mailand fliegen? So entspannt wie auf diesem Foto und so glanzvoll wie im Travel Diary geht’s bei uns nämlich nicht immer zu. Wie es dazu kommen konnte, dass ich unter meinem Koffer begraben wurde und Vicky sich fast vor Lachen in ihr Maxikleid gemacht hat – I proudly present: the shit they should have told! 

Donnerstag, 10.04., 17:45 Uhr
Noch 24 Stunden bis zum Abflug:

Ich packe gerade meinen Koffer. Was soll nun alles mit nach Mailand? G’scheit fesch will ich sein. Schließlich ist man nicht jedes Wochenende auf einer Designmesse. Flugs sind alle guten Vorsätze über Bord geworfen und der Koffer ordentlich vollgestopft mit Zeug, das ich niemals in zwei Tagen anziehen kann. Kurz kommt mir unser „richtiges Kofferpacken“ Beitrag ins Bewusstsein, den wir just an eben diesem Tag veröffentlicht haben – verfliegt aber ebenso schnell wieder wie er gekommen ist und wird von anderen, schöneren Gedanken ersetzt – Champagner im Flugzeug, kurze Kleider in der Sonne, Aperol Spritz und High Heels an Barhockern. Schließlich soll das ein entspanntes Wochenende werden, da will man sich doch keine Gedanken über Shampoogrößen im Handgepäck machen. Dacht’s, entschied sich gegen den Handgepäckskoffer und zugunsten des Shampoos. Nach einem kurzen Telefonat mit Vicky ist  klar: wir sind bereit für den Abflug, motiviert für Mailand und in Begleitung unserer beiden kompletten Kleiderschränke.
Wie war das nochmal mit „swallow your own medicine?“

Donnerstag, 10.04., 19 Uhr
Noch 22 Stunden bis zum Abflug:

Nochmal kurz mit Vicky telefonieren, nachdem ich Probleme habe, meinen Koffer zu schließen. Sie nimmt den Föhn mit, so spar ich mir wenigstens irgendwas vom Gepäck und wir kommen uns ziemlich organisiert vor – so, wie wir es im Beitrag schließlich auch gepredigt haben. Außerdem kann ich jetzt noch eine 4. Jacke mitnehmen und ein Buch, nur falls mir in der knappen Zeit in Mailand doch 5 Minuten lang fad sein sollte – man weiß ja nie!

Freitag, 11.04., 11:30 Uhr
Noch 6 Stunden bis zum Abflug:

Vicky und ich realisieren, dass wir noch nicht eingecheckt haben und erwischen beim Online Check-in die letzten beiden Sitzplätze, die nebeneinander verfügbar sind. Vicky sagt mir außerdem, dass ihre Schwester uns zum Flughafen fahren wird – wie praktisch! Um allerspätestens 17 Uhr müssen wir das Gepäck einchecken – Abfahrt in der Innenstadt um 16 Uhr sollte also vollkommen reichen. (Böse Zungen könnten an dieser Stelle behaupten, dass wir etwas weltfremd  und idealistisch sind, was Stau am Freitag Nachmittag betrifft)

Freitag, 11.04., 16:10 Uhr
Noch knapp 2 Stunden bis zum Abflug:

Mein Koffer steht mit mir vor dem Hotel (bei der Größe kann man es nur so beschreiben und nicht andersrum) und wir warten gemeinsam und einträchtig auf Vicky und Lotta. Ich schaue auf die Uhr, bin aber noch immer ganz relaxed – zum Flughafen braucht man ja immerhin nicht länger als so, allerhöchstens, vielleicht 30 Minuten, aber mit Verkehr, geht sich also alles locker aus. Am meisten freu‘ ich mich grad auf den Prosecco im Flugzeug – was für ein entspannter Start in ein perfektes Mädelswochenende.

Freitag, 11.04., 16:45 Uhr
Noch knapp 1 Stunde bis zum Abflug:

Weltuntergangsstimmung auf der Autobahn. In unserem Auto geht es zu wie im Affenzirkus – Lotta hängt am Telefon mit Austrian Airlines, Vicky sitzt heulend am Lenkrad und ist drauf und dran, die fehlenden 10 Kilometer bis zum Flughafen auf dem Pannenstreifen zurückzulegen und mir ist einfach nur heiß. Wir stehen nämlich im Stau. Und zwar schon ziemlich lang. Es sind nämlich Osterferien, und weil uns das niemand gesagt hat, haben wir ein bissi zu knapp kalkuliert. Ich kann gerade nicht sprechen weil ich innerlich meditiere und Vicky rastet gerade komplett aus, deswegen muss Lotta für uns bei Austrian Airlines anrufen. Dort erfährt sie, dass noch Tickets für den nächsten Flug verfügbar sind. Puh, erstmal durchatmen, alles gut. Und dass die Tickets 1.300 € pro Person kosten, weil die nämlich in der Business Class sind: „Wissen’s eeeeeh [äääeeeeh] Fräulein, zum Salone del Mobile woin an dem Wochenende hoit no a poa Leit außer eana“. Aha. Danke für die Info. Ich schwitze und muss meine Jacke ausziehen. Weiters erfahren wir, dass es keine Chance mehr gibt, für diesen Flug noch die Koffer einzuchecken, wir das Gepäck aber ganz vielleicht mit dem späteren Flug mitschicken können, wenn die Kollegen am Schalter gut drauf sind. Und überhaupt sollen wir uns jetzt bitte „a bissl“ beeilen, weil um spätestens 20 nach 5 dürfen wir dann nämlich selber auch nicht mehr mit. Boarding completed und so. Ich rinne, Vicky rinnt, Lotta ist ganz still geworden und wir fahren mit Schritttempo an einer Infotafel vorbei, wo steht: „Flughafen Wien 8 km“. Mit „rinnen“ ist übrigens Schweiß gemeint.

Freitag, 11.04., 17: 14 Uhr
Noch 15 Minuten bis zum Abflug:

Mit 60 km/h rasen wir die Auffahrt zum Flughafen hinauf, vorbei an der parkenden Polizeistreife, und bremsen vor dem Eingang in der Feuerwehrparkzone mit quietschenden Reifen. Das Auto steht noch nicht mal ganz, schon bin ich mit Vicky’s und meiner Handtasche herausgesprungen. Kofferraum aufgerissen, Koffer raus, Lotta ein Küsschen zugeworfen, mehr geht sich nicht aus, und rein in den Flughafen. Wir laufen. Vicky weint. Unser Herz rast. Leute starren. Da plötzlich merke ich es – ich bin nicht mehr Herr meines Koffers, war ich wahrscheinlich noch nie, doch er entscheidet sich ausgerechnet jetzt, ein Eigenleben zu entwickeln und kippt einfach seitlich um. Wie geht sowas bitte während voller Fahrt? Ich versuche noch, den Koffer auf der Rückseite ohne Rollen hinter mir herzuschleppen, Vicky’s Handtasche schlägt mir während dem Laufen ins Gesicht, ich verliere das Gleichgewicht – und werde mitten auf dem Flughafen unter meinem Koffer begraben. So riiiiiichtig schön längs auf die Fresse. Vicky weint noch mehr, diesmal sind es Freudentränen. Sie wird an dem Wochenende übrigens noch öfter über die Vorstellung lachen, die ihr plötzlich und immer wieder ins Bewusstsein kommt. Zum Beispiel als ich sie plötzlich lachen höre, während sie unter der Dusche steht und ich mich frage, ob sie wahnsinnig geworden ist. Egal, aufgerappelt, weiter geht’s, den Stolz lasse ich an der Stelle zurück, wo ich eben noch vor den ganzen Menschen am Boden gelegen bin. Absurderweise schießen mir Gedanken wie „hoffentlich hat mich grad keiner meiner Leser gesehen“ und „das letzte Mal, als ich hingefallen bin, war ich 5“ durch den Kopf.

Freitag, 11.04., 17:27 Uhr
Noch 3 Minuten bis zum Abflug:

Vicky und ich sitzen im Flugzeug und können es gerade selber nicht fassen. Unser Gepäck übrigens auch. Weil wir uns nämlich für den Senator Schalter entschieden haben, nachdem Vicky mich angebrüllt hat (könnt ihr euch vielleicht jetzt grad nicht vorstellen, aber die Frau kann schreien), dass sich das nicht ausgeht, als ich mich an der Economy Schlange ganz brav hinten anstellen wollte. Schnell die besetzten Schalter beim Senator Bereich gecheckt, einen netten jungen Typ entdeckt und uns für ihn entschieden (das Fachwort dafür ist übrigens Krisenmanagement-Reaktionsfähigkeit. Das ist eine Lüge, aber ich nenne es jetzt mal so). Wir rennen auf ihn zu und rufen schon von Weitem „wir sind nicht Biiiiiiiiisnessss Klassssssss aber wir müssen da miiiiiiiiiiit“. Der Typ sitzt da wie Buddha, hat das Szenario in all seiner Grauenhaftigkeit wahrscheinlich schon beobachtet, seit wir den Flughafen betreten haben (wobei „betreten“ in unserer Situation vielleicht falsch gewählt ist), lächelt uns an und holt in derselben Sekunde einen Kugelschreiber raus, um unsere Flugtickets per Hand zu schreiben. „Ladies, tief durchatmen. Wo müss‘ ma denn hin?“ Glücksgefühle machen sich breit, der Schweiß zieht sich in die Poren zurück und wir haben den Mann ganz doll lieb. Mailand, wir kommen!

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Insta Love #15: From Where I Stand

Heute gibt’s wieder mal einen „behind the scenes“ Instagrambeitrag, diesmal aus der „From where I stand“-Vogelperspektive, weil’s so lustig ist! Angefangen mit dem Outfit da oben, wo ich versucht habe, so Pinterest-tauglich wie möglich zu sein, indem ich einfach alles zusammengewürfelt habe, was mir auf dem schönen Moodboard grade so untergekommen ist – Streifen, Skinnies, spitze Sandalen (Zara und neu, hab’s ein bissl übertrieben mit dem Schuhshopping in letzter Zeit), Leoprint und Blazer. Aber jetzt Spaß beiseite, das Outfit war perfekt für das Date mit meinem Schatz, wir sind nämlich das erste Mal zusammen ins Kabarett Simpl gegangen – ein bisschen Wienkultur erlerben. War ganz gut, aber für meinen Geschmack ein bisschen zu lang und mit einer 3-stündigen Vorstellung hätte ich ehrlich gesagt bei einem Kabarett nicht gerechnet, so verliert sogar die beste Show ein bisschen an Witz. Davon abgesehen ist es aber ganz empfehlenswert, vor allem die Atmosphäre mit den kleinen Tischen hat mir gut gefallen!

An dem Vormittag war ich mit den Mädels im Guesthouse brunchen und hatte das erste Mal meine neuen Schuhe von Michael Kors an, die ich beim Steffl hier in Wien gekauft habe. Es war irre warm an dem Tag, und Judith und Vicky haben mich ein bisschen ausgelacht mit meinem langen Mantel und der Fellweste drunter. Mir war’s wurscht, lieber zu warm als zu kalt, ich bin diesen Winter ohnehin dauernd verkühlt. Ihr habt es sicher schon bei unserem Beitrag über’s Frühstück gelesen, aber es muss auch hier nochmal erwähnt werden – Aaaaaaarmin Wolf saß bei uns am Nachbartisch! Diejenigen, die meinen Blog schon länger lesen, wissen, dass er mein ABSOLUTES Idol ist. Seine Anwesenheit hat bei mir zu Schnappatmung und bei Judith und Vicky zu Fremdschämen geführt, weshalb ich kurz auf’s Klo gehen musste, um mich zu beruhigen. Der Tag war insgesamt super, das war einer dieser Tage, die irgendwie nicht aufhören – wir waren Frühstücken, in der Stadt shoppen, dann bei Vicky und haben ein bisschen geshootet und ab Nachmittag unsere Bubbly Friday Cocktails getrunken. Judith und ich sind dann trotz Regen und Sturm noch zum Naschmarkt auf ein paar Drinks und ganz später dann noch weggegangen und haben Party in der Passage gemacht. Perfektes Wochendende mit den Mädels würde ich sagen!

Mein erstes Outfit mit meinen neuen Sneakers am Blog, das für einigen Wirbel gesorgt hat. Ich bin nach wie vor mega happy mit den Schuhen, vor allem bei dem Preis kann man wirklich nicht meckern. Die Schuhe hab ich auch heute wieder zu meinem Reiseoutfit an, denn Vicky und ich fliegen nach Mailand zur „Confession of Design“ Ausstellung der Außenwirtschaft Österreich, wo junge österreichische Möbeldesigner ihre Werke präsentieren. Was ich vorab gesehen habe, beendruckt mich schon mal sehr und ich freue mich riesig auf das gemeinsame Wochenende mit Vicky. Nicht nur wegen der Messe und Mailand, sondern weil wir endlich mal länger als 2 Stunden am Stück Zeit haben werden, um Sachen für The Daily Dose zu planen und zu besprechen und ich hoffe, dass wir einiges an Arbeit erledigen können. 

Dieses Outfit hatte ich an, als wir letztes Wochenende im M32 in Salzburg Frühstücken waren weil mein kleiner Bruder, der mit 15 Jahren gar nicht mehr so klein ist, Geburtstag hatte. Ich liebe das M32 für die tolle Aussicht über Salzburg, und obwohl es an dem Tag geregnet hat, war es trotzdem wunderschön. Dort hab‘ ich übrigens das erste Mal Eggs Benedict probiert und weiß nun auch endlich, wieso sie so beliebt sind! Super super köstlich!

Das war mein Versuch, mit einem aufgeregten Chihuahua ein Outfitfoto zu machen. Lino, so heißt der kleine Hund meiner Großeltern, wird immer total hysterisch wenn wir zu Besuch kommen – aber ich liebe ihn heiß und innig! Deswegen durfte er schlußendlich auch mit auf’s Foto und ohne ihn wär’s auch nur halb so cool geworden. 
Zu guter Letzt – wieder ein Frühstücksoutfit (mir fällt erst jetzt gerade auf, wie oft ich in diesem Monat frühstücken war), auch in Salzburg, aber diesmal im Glüxfall und mit meiner allerliebsten Dani. Das Glüxfall hat ein echt nettes Konzept mit einem kleinen Block den man bekommt und wo man durch Ankreuzen der verschiedenen Speisen sein ganz persönliches Wunschfrühstück zusammenstellen kann. Ich war schon zum zweiten Mal dort und war auch diesmal wieder total beglückt und zufrieden!
Und jetzt wünsch‘ ich euch allen ein wunderschönes Wochenende, ich melde mich dann das nächste Mal mit einem Bericht aus Mailand! 
Übrigens – unsere Flaschen sind gestern in Produktion gegangen (yaaaaaayyyy), ihr könnt sie aber trotzdem noch bis nächsten Mittwoch bestellen, um unter den ersten zu sein, die sie erhalten, bevor sie regulär in den Shop kommen!

The Daily Dose x EQUA

Meine Lieben, wahrscheinlich habt ihr schon alle Wind von unserem Projekt bekommen, aber ich bin so begeistert davon, dass ich hier auch nochmal darüber schreiben möchte. Vor ungefähr 2 Monaten sind Vicky und ich gefragt worden, ob wir Lust hätten, mit der slowenischen Marke EQUA zusammenzuarbeiten und eine Flasche für sie zu entwerfen, die dann unter unserem Namen verkauft wird. Ob wir ausgeflippt sind? Könnt ihr euch vorstellen! Aus einer Flasche wurden drei, und so sind unsere stylishen EQUA Flaschen in Grau, Pink und Schwarz entstanden – inklusive Diamantenregen und dem Slogan „your daily dose of H2O“, wie es sich für echte „Daily Dose Girls“ gehört. Ich finde nämlich, wir sind in der Zwischenzeit Freunde geworden, wir und ihr – wir sind alle „Daily Dose Girls“, wie eine kleine Gang, und die Flasche kann unser Erkennungszeichen sein – dass wir Freude am Leben haben, dass wir die Umwelt unterstützen, dass wir motiviert sind, etwas aus unserem Leben zu machen und Spaß daran haben. Für all das steht The Daily Dose, und ihr seid ein riesiger Teil davon! Deswegen freuen wir uns wahnsinnig über die tolle Resonanz, die wir bis jetzt zu dem Projekt bekommen haben, und hoffen auf viele weitere Bestellungen von euch „DDG’s“!  
Wer noch keine unserer kleinen Flaschen bestellt hat, oder nochmal was auf die Bestellung drauflegen möchte, z.B. als Geschenk (Ostern und Muttertag stehen vor der Tür!):

**Music by Ultracat – One Nice Thing Once A Day

Und ich so: absurd!

Es gibt so Tage, wo mir alle Leute um mich herum ja totaaal schrullig vorkommen. Nur ich nicht. Gestern zum Beispiel, als mir meine Freundin mitgeteilt hat, dass sie schon wieder ein Packerl bei H&M bestellt hat. Aber nur im Sale, deswegen ist das OK. Dass sie im Sale in der Zwischenzeit so viel ausgegeben hat, wie Vicky’s neue Isabel Marant Pumps kosten, wird hurtig unter den Tisch gekehrt – oder die Tatsache an sich erst gar nicht wahrgenommen. Oder neulich, als der G. mir verkündete, dass er sich deswegen mit dem Bügeln seiner Hemden so schwer tut, weil man sie ja nass bügeln muss und ich ihm das nicht gesagt habe – nicht etwa, weil es ihn einfach nicht freut, und deswegen bin ich jetzt auch an dem Hemdenstapel schuld, der sich im Badezimmer türmt. Oder meine Bekannte, die Angst vor dem Telefon hat und deswegen nie in einem richtigen Job arbeiten wird. Sind die etwa schräg? Mit Sicherheit! Und dann habe ich, selten aber doch, diese wachen, glasklaren Momente, wo ich mir zwangsläufig die Frage stellen MUSS, ob ich nicht auch eine von denen bin. Von den Schrulligen. Die mit den seltsamen Macken und so.
Absurd. Und plötzlich fällt mir auf, dass ich ständig irgendetwas an mir behandle. Zur Zeit ist es meine Darmflora die ich saniere, trinke aber am Tag trotzdem 4 Espresso mit Zucker, esse zum Frühstück ein Croissant und zum Mittagessen ein Wurstbrot; vorher waren es die Nebenhöhlen, letztes Jahr war ich bei der Physiotherapie weil ich einen Senk- und Spreizfuß habe und deswegen gehe wie eine Ente. Gestern war ich bei der Augenärztin, nächste Woche bin ich bei der Akupunktur – gegen die Schlafstörungen und mein Herzrasen. Ich nehme Tabletten für Haut, Haare und Nägel  und braue mir selbstgemachten Tee anhand eines Buchs, in dem sämtliche Krankheiten dieser Welt beschrieben und mit Teemischungen kuriert werden. Eigentlich bin ich nie fertig mit dem Projekt „Körpersanierung“.
Schrullig. Ich bin niemals zufrieden mit meiner Garderobe und nehme mir ungefähr jeden Tag mehrmals vor, alles zu verkaufen und mich komplett neu – anhand meines neuen Ich’s und der jungfräulichen Stilvorstellung, die damit einhergeht – auszustatten. Deswegen habe ich nie Geld, obwohl ich ja innerlich versuche zu sparen, aber immer viele Klamotten, die ich eigentlich nicht mag. Das ist auch der Grund, warum ich zum Weggehen immer dieselben drei Kleider aus dem Schrank hole und alles andere langsam aber sicher im Schrank verstaubt.
Seltsam. Ich bin recht rührselig und schnell gekränkt, teile aber selber kräftig aus und spare nicht mit Ratschlägen, sich Niederlagen bloß nicht zu Herzen zu nehmen. Wenn eine ältere Kollegin mich vor Gästen zurechtweist, gehe ich danach ins Büro und vergieße ein paar Tränchen wie eine Fünfjährige. Ist DAS etwa nicht seltsam?
Aber dann erkenne ich auch, dass all diese Macken und Besonderheiten uns einzigartig machen. Das ist es, was das Leben lebenswert macht – sich immer wieder neu zu erfinden, Probleme anzugehen, über Schrullen zu lachen, sich zu verändern und dazuzulernen. Und mit dieser Erkenntnis fällt es mir viel leichter, meine eigenen Macken, aber auch die der anderen, etwas milder zu betrachten und nicht gleich über andere zu urteilen – denn wer weiß, vielleicht ist das H&M Packerl der einen die Darmflora der anderen.
In diesem Sinne – schönen Wochenteiler euch allen und viel Spaß mit euren Schrullen
– weil perfekt sein langweilig ist!
**Bild über A Fabulous Fete

Die stillste Zeit im Jahr. Nicht.

Montag nach den Weihnachtsfeiertagen im Büro. Uff, jetzt ist das erstmal geschafft! Noch nie war ich so dankbar für einen Montag. Ehrlich jetzt. Wer an dieser Stelle auf das „(Ironie hier einsetzen)“ wartet – ich mein’s echt ganz ernst, sogar das mit dem Montag und dem Büro und so. Normalerweise bin ich ja das Weihnachtsengerl persönlich, nur ohne goldene Locken und ein bissl mehr Porno. Ich bin diejenige, die nervige Weihnachtslieder von Mariah Carey trällert, dabei Kugeln auf den Weihnachtsbaum hängt und fröhliche Massen-SMS verschickt. Ich bin der wahr gewordene Weihnachtsalptraum.
Doch dieses Jahr war alles anders – vielleicht ist es an den viel zu warmen Temperaturen gelegen, oder an den viel zu grellen Lichterketten überall, oder einfach an der ganzen Fresserei – ich bin jedenfalls überhaupt nicht in Stimmung gekommen – vielleicht hätte ich Weihnachtsviagra gebraucht. Irgendwie war mir alles zu grell, zu schnell, zu nervig, zu gewollt, zu duftend, zu teuer, zu anstrengend…da gibt’s doch ein Wort dafür…welches war es bloß…ach ja, amerikanisch! Vom Shoppingrausch, bei dem ich wieder mal so viel Geld liegen lassen habe, dass ich ein Dorf in Afrika davon ernähren könnte, will ich gar nicht anfangen – obwohl, und das muss ich jetzt mal anmerken, ich wirklich gerne Geld für gute Geschenke ausgebe, da mag ich eigentlich nicht knausern, deswegen streicht den Satz da oben einfach wieder. Aber wirklich ein Dorf in Afrika könnte ich von dem Essen ernähren, das allein in meinem Bauch gelandet ist – pfui, grauslich ist das! Mit meiner ganzen Familie zusammengerechnet sind wir schon nicht mehr bei einem Dorf, sondern mindestens bei einem Stadtstaat. Ich sag‘ ja nicht, dass das Essen schlecht war – ganz im Gegenteil, denn meine Familie kocht wirklich wunderbar, so mindestens auf Alfons-Schuhbeck-Niveau (danke für den köstlichen Truthahn nochmal Gabi!) – aber was zu viel ist, ist zu viel, vor allem wenn man in 3 Wochen eine Bikinifigur braucht (ja, da war doch was mit Thailand, Strand und so!). Na, was soll’s, dann flott dazwischen noch ein paar Vanillekipferl geschnappt und einen Glühwein runtergegossen, weil jetzt ist’s ja schließlich auch schon wurscht.
Da muss ich doch fast ein bissl weinen jetzt (buhu!)!! Was ist bloß mit Weihnachten passiert? Bin ich alt geworden oder war das immer schon so, nur ich hab’s nicht bemerkt? Was ich früher geliebt habe, hat sich heuer zum reinsten Marathon entwickelt, bei dem dir früher oder später auf alle Fälle die Puste ausgeht, es sei denn du bist Usain Bolt mit einem blinkendem Rentiergeweih am Kopf (schaut aber sicher ganz lieb aus!). Und wo war überhaupt der Schnee? Vom Weihnachtsengerl zum meckernden Grinch – was für eine traurige Karriere. Oder bin ich einfach g’scheiter geworden (also ich bin ja so auch schon mordsmäßig g’scheit, aber halt Weihnachtsg’scheit mein ich)? Wie dem auch sei, meine „besinnlichen“ Feiertage haben in etwa so ausgesehen: bissi Wein, bissi Bier, bissi Schweinsbraten, bissi Geschenke auspacken, bissi viel Familie (an 6 von 7 Urlaubstagen war ich auf einer Feier – die letzte davon als Höhepunkt der Feierlichkeiten mit allen Leuten zusammen – 45 an der Zahl – die ich eh die ganze Woche über schon gesehen hab‘, weil wir haben ja erst so wenig gefeiert), bissi wenig Entspannung, bissi viel alles, bissi wenig ich.
Und das ist die stillste Zeit im Jahr? Na, da nehm ich dann doch lieber Silvester und werde zum wahr gewordenen Silvesteralptraum, da ist man wenigstens mit Absicht anstrengend (das geht aber nur, wenn man die Geschenke von Weihnachten auf Silvester übertragen kann – könnte sich da mal wer erkundigen? Wär ganz nett, danke!). Ich sag’s dir hier deswegen klipp und klar, Weihnachten: wenn du noch ein einziges Mal zu mir so bist wie dieses Jahr, mach‘ ich mit dir Schluss! Aber vorher will ich ein Abschiedsgeschenk! Und einen Punsch!