Personal: Life Lately

Wer mir schon länger folgt, dem wird aufgefallen sein, dass es in letzter Zeit eher still um mich war. Hier, auch auf Instagram – deswegen schreibe ich mal drauf los und erzähle euch, was in den letzten Monaten so alles los war, frei von der Seele geschrieben quasi. Was jetzt gleich mal so dramatisch daherkommt, ist in Wirklichkeit einfach das Leben. Eigentlich war ja gar nichts – und doch alles. Ich habe mich selten so ausgelaugt gefühlt, aber weil ich kein Mensch bin, der viel über seine eigenen Gefühle spricht (über Oberflächliches viel und gerne, aber der Rest bleibt bei mir), auch nicht mit meinen Freunden, ist es anfangs oft schwer für mich, Empfindungen aktiv wahrzunehmen und zu konkretisieren. So hat es auch eine Zeit gedauert, zu begreifen, dass einfach alles ein bisschen zu viel ist.

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Heast, Loch Amoi A Bissl!

Wisst ihr was ich glaube? Und zwar ganz, ganz tief in meinem Herzen? Ich glaube, dass 90 % der Probleme, die wir in unserer Gesellschaft zur Zeit erleben, von der unglaublichen Wehleidigkeit der Menschheit herrühren. Wann sind wir eigentlich zu solchen jammernden Mimosen geworden? Jetzt kommt gleich eine Tirade á la „früher war alles besser“, aber in dem Fall war auch wirklich früher alles besser – da hamma alle noch a bissl mehr Humor gehabt, ned wohr. Da hat man im Fasching den Kindern noch Indianerkronen aufsetzen und ihnen das Gesicht Schwarz anmalen dürfen, ohne als Rassist hingestellt zu werden oder sich Sprüche anhören müssen, in denen Wörter wie fucking „cultural appropriation“ vorkommen. „Schau amal die an, die hat in ihrem Zimmer einen Buddha aufgestellt, boah wie rassistisch ist das denn“. Ja sagt’s mal, sind wir alle eigentlich deppert geworden? Kann bitte mal jemand eine Grenze ziehen zwischen „verstehen Sie Spaß“ und „Rassismus“?

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Being Engaged: What Has Changed?

Lustigerweise nicht so viel. Unsere Gesprächsthemen vielleicht. Die drehen sich jetzt beim Abendessen nämlich um Terminfindung, Location & Torten anstatt wie früher um ganz alltägliche Dinge. In unserer Beziehung hat sich auch relativ wenig verändert, und irgendwie wäre es ja auch schade, wenn es eine Verlobung bräuchte, um sich einen Status zu sichern. Bestimmt ist euch generell aufgefallen, dass ich bis jetzt online – bis auf einen einzigen Post auf Instagram – relativ ruhig zu diesem Thema geblieben bin.

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World Peace Day: Be Less Passive Aggressive

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Lieber Mitmensch, der du das liest: ich muss mich jetzt kurz mal auskotzen. Über mich selber, aber auch über dich. Weil wir alle so verdammt passiv aggressiv sind. Vielleicht würde es mir persönlich schon helfen, weniger Schimpfwörter zu verwenden und damit meinen verbalen Tag friedlicher zu gestalten, aber da ich mich meistens nach einem kleinen „verdammt“ schon viel besser fühle (so wie Harvey Specter, der sagt auch ständig goddamn, wirkt einfach alles viel besser, oder?), sehe ich das als Worttherapie und lasse meinen Sprachgebrauch in diesem Post außen vor – ich hoffe, auch ihr könnt in dem Zusammenhang darüber hinweg sehen. Also zuerst mal: heute ist World Peace Day. Den gibt es deswegen, weil vor 15 Jahren in New York ein paar Arschlöcher (Schimpfwort!) beschlossen haben, unser aller Leben mal kräftig durchzurütteln und dadurch die Welt, in der wir uns bewegen, für immer zu verändern. Das Motto des diesjährigen Peace Days ist übrigens „The Sustainable Development Goals: Building Blocks for Peace“. Und wie wäre es damit, bei dem aller einfachsten aller „Blocks“ anzufangen: bei sich selbst und der Art und Weise, wie wir mit unseren Mitmenschen umgehen. Dazu ein kleiner Schwank aus meinem spannenden Leben (genauer gesagt: von gestern), der mir überhaupt erst den Anstoss zu dem heutigen Post gegeben hat.

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Have A Little Respect, People!

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Vor Kurzem war ich bei einem Vortrag. Es war nichts besonderes, keine wissenschaftliche Abhandlung, keine Präsidentschaftsrede, nichts Weltbewegendes – aber es war ein Mensch dort vorn, der sich vorbereitet hat. Der Folien erstellt, seine Rede geübt und sich Gedanken gemacht hat. Damit wir im Publikum davon profitieren können. And boy, did he do a good job! Weil ich mich in der Zwischenzeit selbst geübte Vortragende schimpfen darf, weiß ich, dass auch bei kurzen Auftritten eine Menge Hirnschmalz und Nervenschweiß fließen, deswegen versuche ich, jede Menge Solidarität mit anderen Präsentatoren zu zeigen. Wie das geht? Dasitzen, aufmerksam sein, nicken und lächeln – nichts ist schlimmer, als in ein Publikum aus reglosen Gesichtern zu starren und sich zu fragen, was die Menschen jetzt alles lieber machen würden als hier zu sitzen und dir zuzuhören. Pokémon go? Pikachu wartet bestimmt da draußen auf der Straße während die Kuh da vorn mich vollabert. In der Nase popeln? Ach würd‘ ich jetzt gern allein im Bett liegen und den Freuden des Lebens frohlocken. Das Unkraut auf der Terrasse? Gehört auch schön langsam mal wieder gezupft. Ihr seht, das Leben als Vortragender ist nicht leicht und die Gedanken auf der Bühne wirr und einsam. Ok gut, ich neige wie immer zu Übertreibungen, aber ich hoffe ihr seht, worauf ich hinauswill. Wenn das hier nicht virtuell sondern real wäre, würde ich euch an dieser Stelle jetzt aus dem Nichts heraus nach dieser stillen Abhandlung mal alle ordentlich anbrüllen, so dass es euch von euren bequemen Sesseln aufreißt: SHOW SOME FUCKING RESPECT, PEOPLE!

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