Honeymoon: On Safari

Eine Safari vorzubereiten und zu planen ist, wenn man es noch nie zuvor gemacht hat, ziemlich überfordernd. Wo soll es hingehen, für welchen Anbieter entscheidet man sich, was darf man von einer Safari als Hochzeitsreise erwarten und welche Kleidung soll man mitnehmen? Zu allererst haben wir uns für das Land entschieden, in das wir fahren wollten. Südafrika wäre unsere erste Wahl gewesen, aber da zu unserer Reisezeit (wir haben im August geheiratet und wollten spätestens im September weg) dort Winter ist, fiel das gleich mal raus. Weil wir von Tanzania nur Gutes, vor allem in Hinblick auf die Tierwelt und Natur, gehört hatten, haben wir uns für Tanzania entschieden. Hier soll die Tierpopulation noch relativ intakt und unbeeinträchtigt sein, im Gegensatz zu anderen Regionen in Afrika, wo die Tiere wegen Wilderern, zu starkem Tourismus und dem Klimawandel abgewandert oder stark dezimiert wurden.

Flüge & Reisedauer

Viele Fragen haben mich auch zur Buchung erreicht. Mit den Flügen war ich komplett überfordert, deswegen haben wir die Flüge, sobald unsere Hoteldaten feststanden, über’s Reisebüro gebucht. In unserem Fall sind wir von Wien nach Doha und von Doha nach Kilimanjaro geflogen. Dort haben wir eine Nacht verbracht und sind dann mit einer nationalen Airline (Coastal) in einer kleinen Cessna vom Kilimanjaro in den Busch geflogen. Zurück bzw. weiter auf die Seychellen war es dann gleich: wir sind am Nachmittag zurück zum Kilimanjaro (ca. 1 Stunde Flugzeit) geflogen, haben dort eine Nacht in einem Hotel am Airport verbracht und sind dann am nächsten Tag weiter nach Nairobi, Mahe, Praslin und weiter mit dem Boot auf Felicité. Ihr seht schon: die Reise nimmt viel Zeit und Energie in Anspruch, deswegen war es uns wichtig, wirklich jeweils 7 Nächte vor Ort zu sein. Die reine Reisezeit auf unserer Hochzeitsreise lag bei uns bei 4 Tagen.

Singita Grumeti Programm

Wir haben uns für zwei Lodges von Singita entschieden, die beide innerhalb des Grumeti Funds liegen. Singita Grumeti liegt innerhalb des Serengeti National Parks und ist ein 150.000 Hektar großes Gebiet, das von Singita gemanaged und konserviert wird. Ich wusste im Vorfeld eigentlich über Singita nur eines: es ist wunderschön, luxuriös und teuer. Dass aber von dem hohen Preis, den die Gäste zahlen, der Hauptteil in das Konservierungsprogramm geht, war mir überhaupt nicht bewusst. Um nur ein paar Beispiele zu nennen: Singita hat ein umfangreiches Programm, das für die Erhaltung der Umwelt geschaffen wurde, das 100 year program. Teile davon sind eine Anti-Poaching-Unit (Anti Wilderer Einheit) mit über 120 Mann, die Tag und Nacht ihr Leben riskieren um die Tiere zu schützen. Die Folge? Im Grumeti Reservat ist ein deutlicher Anstieg an Wildtieren zu beobachten, die in ihre natürlichen Lebensräume zurückkehren und geschützt leben und sich vermehren können. Um das Wildern weniger attraktiv zu machen und den Bewohnern der umliegenden Dörfer andere Einnahmequellen zu bieten, gibt es Ausbildungsprogramme (zum Beispiel die Cooking School) und zahlreiche Stellenangebote in den Singita Lodges. Es gibt Community Programs, Learning Center, Umweltprogramme für die umliegenden Schulen und vieles mehr. Alles finanziert von Singita – und den Gästen, die den hohen Preis bezahlen, damit aber nicht nur auf Luxusurlaub fahren sondern auch noch etwas Gutes tun. Ich finde, das wird viel zu wenig kommuniziert und ich war ehrlich gesagt begeistert von der Wertschöpfungskette, die Singita hier geschaffen hat.

Tagesablauf & What To Expect

Morgens läutet der Wecker pünktlich um 06:00 Uhr Uhr – jeden Tag. Danach gibt’s eine kleine Stärkung mit Kaffee, Muffins, Äpfeln oder Müsliriegeln, bevor es auf die Jeeps geht und man im Sonnenaufgang Richtung Serengeti fährt. Man weiß nie, welchen Tieren man begegnen wird, aber die Guides sind so perfekt geschult und kennen die Gegend wie ihre Westentasche, so dass Sights garantiert sind. Wir haben die Big 5 und ungefähr 1000 andere Tiere gesehen und dank unserem Guide Peterlis, der so etwas wie eine wandelnde Enzyklopädie der Serengeti ist, habe ich unglaublich viel über die Natur und Tierwelt lernen können. Man sitzt in der Früh ca. 3 Stunden am Jeep, bevor es zurück in die Lodge zum Frühstück geht. Um 16:30 Uhr heißt es dann wieder: rauf auf den Jeep und rein in die Serengeti. Der Evening Game Drive endet meist mit einem Sundowner an einer sicheren Stelle, bevor es in völliger Dunkelheit zurück in die Lodge geht. Den Jeep teilt man sich übrigens mit anderen Gästen, wobei wir hier unglaubliches Glück mit unseren Mitfahrern hatten und in den intensiven Tagen zusammen eine richtige Freundschaft entstanden ist.

Vorbereitung, Impfung, What To Pack

Wir haben relativ leicht gepackt und darauf geachtet, universelle Kleidung mitzunehmen. In dem kleinen Flieger in die Serengeti durfte man maximal 15 kg pro Koffer mitnehmen, hier waren wir zwar ein bisschen drüber, aber die Herren am Airport haben ein Auge zugedrückt und so durften wir ohne Aufpreis zu zahlen fliegen und darauf hatten wir ehrlich gesagt auch spekuliert. Obwohl es unter Tags unglaublich heiß wird, ist es in der Früh und am Abend super kalt, vor allem mit dem Fahrtwind im offenen Jeep. Ich hatte immer einen dünnen Schal dabei, den ich mir um den Kopf und die Ohren gebunden habe. Eine leichte Sommerdaunenjacke hat mich warm gehalten und als Schuhe hatte ich immer Sportschuhe an. Lange Hosen (am besten gemütlich aus Leinen) und ein langes Shirt oder Pullover sind von Vorteil, bzw. eine Bluse zum Überziehen als Schutz vor Moskitos (obwohl die bei uns überhaupt nicht schlimm waren, aber man weiß ja nie). Ferngläser liegen in den Jeeps bereit, aber wenn ihr immer ein eigenes griffbereit haben wollt, könnt ihr auch eines mitnehmen. Ansonsten natürlich Sonnenbrille, Kamera und eine Speicherkarte, die groß genug ist, um alles festzuhalten, das ihr seht und erlebt. In Tanzania (und auf den Seychellen) ist eine Gelbfieberimpfung verpflichtend, diese wird auch bei der Einreise kontrolliert. Zusätzlich habe ich mich noch gegen Meningitis impfen lassen und mir Malariatabletten geholt. Ein Gästevisum kann direkt am Flughafen beantragt werden (oder im Vorfeld bei der Botschaft, aber wir haben es am Airport gemacht) und kostet ca. 50 USD. Apropos: habt immer genug Bargeld in USD einstecken, denn man weiß nie, ob bei den kleinen Flughäfen die Bankomaten funktionieren. Wir haben einfach schon in Doha Geld abgehoben und das hat sich ausgezahlt, denn einige Gäste standen ziemlich rat- und geldlos am Airport, weil die Bankomaten nicht funktioniert haben und sie kein Taxi rufen konnten.

Alles in allem erfordert eine Safari bestimmt mehr Planung, Zeit und Geld als ein anderer Urlaub. Aber es zahlt sich definitiv aus, ist eine einmalige Erfahrung und die Zeit und Kosten wert. Die Erinnerungen, die ich mitgenommen habe, möchte ich nicht mehr missen und ich weiß, dass das nicht das letzte Mal war, dass ich auf Safari war. Und jetzt ab mit der Bilderflut von den vielen lieben Tieren!

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11 Kommentare

  1. 16. Oktober 2017 / 15:19

    maa da krieg ich fernweh! wunderschöne fotos, das klingt echt nach einer perfekten reise 🙂 ich war vor zwei jahren für einige monate in tansania und auch in südafrika und hab ein paar safaris gemacht. auf deine seychellen fotos bin ich auch schon megagespannt! lg carina

  2. 17. Oktober 2017 / 7:34

    Was für eine tolle Hochzeitsreise! 🙂 Ich habe zwar nicht vor in der nächsten Zeit zu heiraten, aber wenn dann wäre so eine Reise auch mein Wunsch. Eine, von der man lange zehrt. 🙂

  3. Merle
    17. Oktober 2017 / 7:52

    Wow wunderschöne Bilder und vielen Dank für die Infos. Ich war früher öfters in Südafrika da meine Tante dort gewohnt hat. Nächstes Jahr soll es wieder nach Afrika gehen und wir überlegen Tansania oder Botswana. Mal schauen für was wir uns entscheiden

    Liebe Grüße, Merle

  4. Birgit
    17. Oktober 2017 / 10:00

    sooooo ein toller bericht!!! und die fotos erst.
    und danke für die vielen infos rund um die reise – total interessant und sicher hilfreich, sollte ich so was auch einmal buchen.

  5. Vanessa
    17. Oktober 2017 / 15:27

    Fantastische Bilder, das sieht alles so unecht aus! Eure Reise muss wirklich ein Traum gewesen sein! Danke auch, dass du darüber aufklärst, dass Singita sich für den Natur- und Tierschutz einsetzt, das war mir nicht bewusst. Ehrlicherweise hätte ich das bei einer Luxus Safari nicht erwartet und das ist jetzt der Hauptgrund, warum Singita auf meine Bucket List wandert 🙂

    LG
    Vanessa

    • ketchembunnies
      18. Oktober 2017 / 13:18

      Ja, mir war das eben auch nicht bewusst. Im Laufe der Reise habe ich dann aber so vieles über die verschiedenen Programme erfahren, dass ich total begeistert war.

  6. Viktoria
    17. Oktober 2017 / 22:12

    Total blöde Frage…aber…ich hab echt ne fiese Arachnophobie (schreibt man das so?!)…würde aber so gerne auch mal ne Safari im Freien machen…wie war es da bei euch im Lodge? Gab es da viele Spinnen – oder andere Tiere die einen töten könnten 😀
    Die Bilder sind der Wahnsinn!!!

    • ketchembunnies
      18. Oktober 2017 / 13:16

      Also Spinnen gab es überhaupt keine, dafür aber umso mehr riesige Spinnen dann auf den Seychellen 🙂 Generell gab es überhaupt keine Tiere, die ich irgendwie eklig gefunden habe – außer einmal in der Lodge am Flughafen, da hatten wir einen kleinen Skorpion im Badezimmer 🙂

  7. Lilly
    26. Oktober 2017 / 11:55

    Wow, sehr schöner Post, liebe Kathi! Der Text und die Bilder lassen einen nur erahnen, wie eindrucksvoll es war! x

  8. 30. Oktober 2017 / 8:02

    Schaut toll aus – Fernweh 🙂

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