30. Dezember 2013 9 Comments Kolumne, Life & Smile, Random

Die stillste Zeit im Jahr. Nicht.

Montag nach den Weihnachtsfeiertagen im Büro. Uff, jetzt ist das erstmal geschafft! Noch nie war ich so dankbar für einen Montag. Ehrlich jetzt. Wer an dieser Stelle auf das „(Ironie hier einsetzen)“ wartet – ich mein’s echt ganz ernst, sogar das mit dem Montag und dem Büro und so. Normalerweise bin ich ja das Weihnachtsengerl persönlich, nur ohne goldene Locken und ein bissl mehr Porno. Ich bin diejenige, die nervige Weihnachtslieder von Mariah Carey trällert, dabei Kugeln auf den Weihnachtsbaum hängt und fröhliche Massen-SMS verschickt. Ich bin der wahr gewordene Weihnachtsalptraum.
Doch dieses Jahr war alles anders – vielleicht ist es an den viel zu warmen Temperaturen gelegen, oder an den viel zu grellen Lichterketten überall, oder einfach an der ganzen Fresserei – ich bin jedenfalls überhaupt nicht in Stimmung gekommen – vielleicht hätte ich Weihnachtsviagra gebraucht. Irgendwie war mir alles zu grell, zu schnell, zu nervig, zu gewollt, zu duftend, zu teuer, zu anstrengend…da gibt’s doch ein Wort dafür…welches war es bloß…ach ja, amerikanisch! Vom Shoppingrausch, bei dem ich wieder mal so viel Geld liegen lassen habe, dass ich ein Dorf in Afrika davon ernähren könnte, will ich gar nicht anfangen – obwohl, und das muss ich jetzt mal anmerken, ich wirklich gerne Geld für gute Geschenke ausgebe, da mag ich eigentlich nicht knausern, deswegen streicht den Satz da oben einfach wieder. Aber wirklich ein Dorf in Afrika könnte ich von dem Essen ernähren, das allein in meinem Bauch gelandet ist – pfui, grauslich ist das! Mit meiner ganzen Familie zusammengerechnet sind wir schon nicht mehr bei einem Dorf, sondern mindestens bei einem Stadtstaat. Ich sag‘ ja nicht, dass das Essen schlecht war – ganz im Gegenteil, denn meine Familie kocht wirklich wunderbar, so mindestens auf Alfons-Schuhbeck-Niveau (danke für den köstlichen Truthahn nochmal Gabi!) – aber was zu viel ist, ist zu viel, vor allem wenn man in 3 Wochen eine Bikinifigur braucht (ja, da war doch was mit Thailand, Strand und so!). Na, was soll’s, dann flott dazwischen noch ein paar Vanillekipferl geschnappt und einen Glühwein runtergegossen, weil jetzt ist’s ja schließlich auch schon wurscht.
Da muss ich doch fast ein bissl weinen jetzt (buhu!)!! Was ist bloß mit Weihnachten passiert? Bin ich alt geworden oder war das immer schon so, nur ich hab’s nicht bemerkt? Was ich früher geliebt habe, hat sich heuer zum reinsten Marathon entwickelt, bei dem dir früher oder später auf alle Fälle die Puste ausgeht, es sei denn du bist Usain Bolt mit einem blinkendem Rentiergeweih am Kopf (schaut aber sicher ganz lieb aus!). Und wo war überhaupt der Schnee? Vom Weihnachtsengerl zum meckernden Grinch – was für eine traurige Karriere. Oder bin ich einfach g’scheiter geworden (also ich bin ja so auch schon mordsmäßig g’scheit, aber halt Weihnachtsg’scheit mein ich)? Wie dem auch sei, meine „besinnlichen“ Feiertage haben in etwa so ausgesehen: bissi Wein, bissi Bier, bissi Schweinsbraten, bissi Geschenke auspacken, bissi viel Familie (an 6 von 7 Urlaubstagen war ich auf einer Feier – die letzte davon als Höhepunkt der Feierlichkeiten mit allen Leuten zusammen – 45 an der Zahl – die ich eh die ganze Woche über schon gesehen hab‘, weil wir haben ja erst so wenig gefeiert), bissi wenig Entspannung, bissi viel alles, bissi wenig ich.
Und das ist die stillste Zeit im Jahr? Na, da nehm ich dann doch lieber Silvester und werde zum wahr gewordenen Silvesteralptraum, da ist man wenigstens mit Absicht anstrengend (das geht aber nur, wenn man die Geschenke von Weihnachten auf Silvester übertragen kann – könnte sich da mal wer erkundigen? Wär ganz nett, danke!). Ich sag’s dir hier deswegen klipp und klar, Weihnachten: wenn du noch ein einziges Mal zu mir so bist wie dieses Jahr, mach‘ ich mit dir Schluss! Aber vorher will ich ein Abschiedsgeschenk! Und einen Punsch!

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