Modebloggerflohmarkt #4

Meine Lieben, morgen ist es wieder soweit und ich verkaufe meinen halben Kleiderschrank im Burnlab in der Neubaugasse. Das letzte Mal war ein voller Erfolg und es war wahnsinnig nett, ein paar von meinen Lesern persönlich kennenzulernen. Ich würde mich total freuen, wenn ihr auch dieses Mal wieder vorbeikommen und mir meine Sachen abnehmen würdet – gestern Abend hab‘ ich mit meinem Freund aussortiert. Das war ziemlich hilfreich, denn der hängt natürlich emotional  nicht so an meinen Sachen (welch Wunder) und hat echt radikal mein Zeug aussortiert. Bei meinen Lieblingsstiefeln war dann allerdings Schluss mit lustig und die Aussortiererei hat fast in einer Rangelei geendet. OK, das war jetzt sehr übertrieben, aber ich häng‘ halt ziemlich an den Stiefeln! Jedenfalls könnt ihr morgen unter anderem eine Spiegelreflexkamera, eine naaagelneue Dsquared Sonnenbrille, High Heels und Blusen und viele andere tolle Sachen kaufen!
Alle Info’s zu der Veranstaltung findet ihr hier: http://on.fb.me/14pKVe4
Sehen wir uns dann morgen? 

Haarsträubend

Ich bin mir fast sicher, dass ihr das alle kennt. Ihr steht stundenlang im Bad, versucht eure Haare zu einem annehmbaren Etwas hinzubekommen. Ihr wascht, pflegt, schützt, föhnt, lockt, glättet, sprayt. Ihr seit mit dem Endergebnis – nach gefühlten drei Stunden Arbeit – ganz zufrieden und verlasst selbstbewusst das Haus.
Den ersten paar Windböen, die die perfekt sitzende Frisur zu zerstören drohen, trotzt ihr noch – auch innerlich – obwohl sich in der Zwischenzeit der Gedanke aufdrängt, ob nicht der einfache Pferdeschwanz gereicht hätte. Ihr glaubt, dass der Wind euren Haaren noch den letzten „Touch“ und „Out of Bed Look“ verleihen wird, auch wenn ihr tief in eurem Unterbewusstsein wisst, dass ihr euch selbst belügt. Auch der orkanartige Wind, der von der heranrollenden U-Bahn kommt, macht euch noch nichts, tapfer haltet ihr eure Haare einfach so gut fest wie möglich – dann wird es schon gehen, auch wenn die ersten Strähnen verfilzt auf eurem Lipgloss festkleben. Ihr seit übrigens gerade am Weg zu einem Treffen mit euren Freundinnen, falls ich das noch nicht erwähnt habe.

Fast am Treffpunkt angekommen – ihr hetzt gerade über die Strasse – fängt es an zu tröpfeln. Ihr hofft, nein  ihr betet zu Gott, dass er euch gnädig sein möge und die Haare glatt bleiben lasse und ihr von der lästigen Krause verschont bleibt – wieder wandern die Gedanken sehnsüchtig zum geliebten Pferdeschwanz. Noch habt ihr keinen Blick in ein Schaufenster gewagt, zu grässlich könnte der Anblick sein. Obwohl – kurz vor dem Café bleibt ihr doch stehen, um die Frisur zu richten – und zugegeben, es könnte schlimmer sein. Ihr seufzt kurz auf, erleichtert, und betretet das Café. Ihr geht auf eure Freundinnen zu, und da sitzt sie – dieses eine Mädchen, das euer gesamtes Haar-Selbstbewusstsein in dem Bruchteil einer Sekunde zunichte macht (Wer das in meinem Fall ist? Ziemlich eindeutig würde ich sagen!). Sie sitzt da, mit perfekten Haaren; dick, gesund und glänzend und wirft ihre Mähne womöglich gerade lässig über die Schulter, ihre Haare ein ständiges Mahnmal der genetischen Willkür.
Da fragt ihr euch – wieso ist das Leben so verdammt ungerecht? Wer ist hier eigentlich für die Verteilung der Haargene zuständig? Und kommt mir jetzt nicht mit Mama und Papa, hier sind höhere Mächte am Werk! Ein erneuter Blick in den Spiegel und der Schleier der Illusion ist wie weggewischt, was bleibt sind Haare die vom Kopf hängen wie Schnittlauch. Endgültig bereut ihr die Entscheidung, eure Haare offen zu tragen, was hätte denn gegen den guten alten Pferdeschwanz gesprochen? Wieder zuhause angekommen werden erst einmal ein paar Haut/Haare/Nägel Tabletten eingeworfen und die Youtube-Gurus befragt: How to: super easy super straight super shiny hair. Oder: How to: super voluminous super easy curls with a flat iron. Oder: super easy milkmaid braid in 5 minutes! Nach unzähligen gescheiterten Versuchen an diversen Frisuren und mindestens einer Verbrennung an Hals oder Fingern denkt ihr, eure Haare und euer handwerkliches Geschick bei ebensolchen sind eine reine Verfehlung des Universums. Dann das nächste Mal doch wieder der gute, alte Pferdeschwanz – ihr liebt ihn, er liebt euch – einem so treuen Partner soll man einfach nicht fremdgehen!

Herbstliebe

Ich bin zwar jetzt unglaublich tiefgründig geworden, wie ihr an meinen letzten Posts sicherlich gemerkt habt (wenn nicht, einmal zurückscrollen und durchlesen bitte!), das heißt aber nicht, dass ich euch mit meinen Wunschlisten verschonen werde – nur weil ich jetzt lustige Textchen auf Deutsch schreibe, geh‘ ich ja immer noch gern einkaufen, daran hat sich nix geändert 🙂 So, im Sommer habe ich mich shoppingtechnisch aufgrund einiger Urlaube und den damit verbundenen Kosten ziemlich zurückgehalten (war echt super brav!) aber jetzt kommt der Herbst – kein Urlaub weit und breit in Sicht, und zwar bis Weihnachten (wie ich das überleben werde, weiß ich selber noch nicht) somit brauch ich was Neues, worauf ich mich freuen kann! Neben Urlaubsvorfreude nutze ich auch gerne Packerl-von-der-Post-abholen-Vorfreude als kurzzeitigen Stimmungsmacher, deswegen bin ich durchaus geneigt, eines oder zwei dieser liebreizenden Stückchen käuflich zu erwerben 🙂 Vor allem der Hut hat es mir angetan und ist bereits bestellt – zurzeit sieht man überall diese Fedorahüte und ich hätte am liebsten einen in schwarz, grau und dunkelrot – aber für den Anfang reicht mir mal der schwarze! Was steht auf eurer Wunschliste für den Herbst?

Kein Schnick-Schnack

Ich kann es selbst kaum glauben, doch ich habe heute einen neuen Outfitpost für euch. Das haben wir The Daily Dose zu verdanken, denn Vicky und ich haben gestern verschiedene Statement Ketten für den heutigen Beitrag geshootet. Da dachte ich mir, ich könnte die Gelegenheit gleich nutzen, um das Outfit von unserer Launch Party nochmal anzuziehen und euch in einem ordentlichen Outfitpost zu zeigen. Außerdem habe ich euch noch gar nicht meine wunderschöne, geliebte Falabella Tasche von Stella McCartney gezeigt – ich habe sie mir von meiner Familie zum Geburtstag gewünscht und würde sie seitdem am liebsten jeden Tag tragen, wenn sie nur nicht viel zu schade (und teuer) dazu wäre. Ihr wisst ja schon von diesem Beitrag, dass meine Nerven vor der Party ziemlich blank lagen, deswegen musste es etwas einfaches, elegantes, aber trotzdem lässiges sein, ohne viel Schnick-Schnack, damit ich mich wenigstens in meinem Outfit wohl fühlen konnte!

Tasche: Stella McCartney
Jeans/Bluse/Kette: Zara
Schuhe: River Island

Wieso ich Kanzler werden sollte

In Österreich ist gerade der Teufel los – die Nationalratswahlen stehen vor der Tür. Da wird plakatiert, politisiert, informiert, korrigiert, philosophiert, diskutiert und fantasiert. Egal ob auf der Strasse, im Radio, in TV-Duellen oder auf Facebook, unsere wahlkämpferischen Politiker sind derzeit omnipräsent. So verschieden die Parteiprogramme und Wahlversprechen sich auch darstellen, so ähnlich hoch gestaltet sich der Unterhaltungswert der einzelnen Parteivertreter für das Volk. Denn was wir zur Zeit von den Staatsmännern und -frauen zu sehen bekommen, ähnelt mehr dem Kabarett Simpl als einer politisch wertvollen Diskussion. Zuerst einmal drängt sich mir die Frage auf, wofür ein Wahlkampf denn überhaupt gut sein soll. Zur Verschleierung der missglückten Wahlversprechen der letzten Periode? Zur übertriebenen Selbstverherrlichung und gleichzeitigen Herabsetzung der Gegner? Zur erneuten Abgabe von illusorischen Versprechen, von denen man jetzt schon weiß, dass sie nie gehalten werden können? Ein solches Theater wird einen Wähler in seiner Entscheidung nie umlenken können, denn ist es nicht der Wahlkampf an sich, der ausschlaggebend für das hart umkämpfte Kreuzerl am Wahlzettel ist, sondern die vorangegangene Regierungsperiode und das Parteiprogramm als solches, das die eigentliche Entscheidungsgrundlage bildet.

Dies scheint jedem Österreicher klar zu sein, mit Ausnahme der Politiker natürlich. Denn die setzen sich nur allzu selbstbewusst, mit geradezu lächerlich angriffslustigen Mienen ins Fernsehen und wenden mehr Energie dafür auf, miteinander zu streiten und den ORF wegen zu kurzer Sendezeiten abzukanzeln, als dem Zuseher qualitative Argumente zu liefern, die jeweilige Partei zu wählen. Wenn der G. und ich zusammen ein TV-Duell ansehen, ganz einfach weil wir es lustig finden, und uns mit Popcorn und einem Glas Wein darüber amüsieren, wie komisch die Politiker doch sind, und der G. neben mir einen Lachkrampf nach dem anderen bekommt – dann läuft eindeutig etwas falsch. Wenn ich den Kopf schütteln muss, wenn ich mir Wahlplakate und Statusmeldungen auf Facebook ansehe, dann frage ich mich, was die Politiker in unserem Lande dazu qualifiziert, irgendetwas anderes zu regieren als die Entscheidung darüber, ob sie in der Früh lieber schwarze oder blaue Socken anziehen sollen. Denn mehr kann man einigen dieser aufgeblasenen Hähne nun wirklich nicht zutrauen – auch wenn sie nur das Beste für uns wollen, zum Beispiel uns vor Berufskillern zu schützen oder auch vor dem bösen schwarzen Mann, der unser Land überrennt und unsere Arbeitsplätze stiehlt.

Ja, wir leben in einer Demokratie und könnten vieles selbst entscheiden, doch das haben wir nun wirklich nicht gewollt: Politiker, die aussehen wie Barbie Ken aber dafür kein Rückgrat haben; Politiker, die farblos und fade sind und Reden ohne Inhalt schwingen; Politiker, die paranoid und größenwahnsinnig sind und sich, trotz enormen wirtschaftlichen Erfolgs, in ihrem Lebensabend noch lächerlich machen vor der gesamten Nation; Politiker, die Angst und Hetze verbreiten, Ansichten aus dem letzten Jahrhundert vertreten und Parolen grölen, wie man sie in Österreich lieber nie mehr gehört hätte. Die Liste lässt sich quasi endlos fortsetzen, zieht sich durch sämtliche Parteien.

Ich sehe „den Österreicher“ so: als intelligenten, reflektierten, belesenen Menschen, der auch hinter den Tellerrand blicken kann, mit einem weiten Horizont und der Gabe zur Voraussicht. So einen Menschen wünsche ich mir an Österreichs Spitze – wieso müssen wir uns dann Tag für Tag diese Theaterkasperln und ihr Kabarett anschauen? Hier ein paar Ideen, wer besser  geeignet wäre unser Land zu regieren: Michael Niavarani, dann wäre das Kabarett wenigstens intelligent. Armin Wolf, dann könnten sich die Politiker eine Scheibe „Rhetorik“ abschneiden. Lady Gaga, dann hätte der Wahlkampf die offizielle Berechtigung, „gaga“ zu sein. Oder ich, dann hätte das Volk wenigstens was zu lachen mit Inhalt.